Teil 2 der Thailand-Reise – Mit dem Nachtzug nach Chiang Mai

Am Krung Thep Aphiwat Central Terminal ging es für uns weiter Richtung Norden. Nach den drei Tagen am Fluss Kwai stand nun Chiang Mai auf dem Programm – erreicht mit dem Nachtzug, einer Erfahrung, die für sich schon eine eigene Geschichte wert ist.

Mit dem Nachtzug nach Chiang Mai

Gebucht haben wir die Tickets über die offizielle Seite der State Railway of Thailand (railway.co.th) – sollte die mal wieder nicht erreichbar sein, könnt Ihr ersatzweise auf thailandtrain.org ausweichen. Wir hatten damals rund 40 € pro Person bezahlt, und auch heute kostet die gleiche Verbindung – der Nachtzug um 18:40 Uhr, den auch wir genommen hatten – mit knapp 40 € ungefähr das Gleiche. Es gibt unterschiedliche Abfahrzeiten, und man kann in unterschiedlichen Klassen reisen: Je nach Zug dauert die Fahrt zwischen 10,5 und fast 14 Stunden, gefahren wird in der zweiten oder dritten Klasse nur zum Sitzen oder in der ersten oder zweiten Klasse mit Schlafmöglichkeit. Alle Details dazu findet Ihr auf der offiziellen Seite.

Das Krung Thep Aphiwat Central Terminal ist riesig und ähnelt eher einem Flughafen als einem Bahnhof. Es gibt einige kleine Shops, wo man sich mit Essen und Trinken für die lange Fahrt eindecken kann, dazu einen Food Court. Auch im Zug selbst lässt sich Essen bestellen – davon haben wir aber keinen Gebrauch gemacht.

Gereist sind wir in der zweiten Klasse mit Schlafmöglichkeit. Beim Einsteigen findet man zwei sich gegenüberliegende Sitzplätze vor, mit einem Tisch dazwischen und genügend Platz fürs Gepäck. Die ersten knapp 1,5 Stunden haben wir lediglich die Aussicht aus dem Fenster genossen. Zwischen 20 und 21 Uhr kam dann, was wir so noch in keinem anderen Land erlebt hatten: Das Zugpersonal – in der Regel der Schaffner – ging durch den Wagon und verwandelte die Sitzflächen in Liegeplätze. Jeder Passagier bekam ein frisches Bettlaken, ein frisch bezogenes Kopfkissen und eine frisch bezogene Decke. Dutzende Sitzflächen mussten umgebaut und das Bettzeug gerichtet werden – der Schaffner erledigte das mit Hingabe und ohne jegliches Murren. Da können sich so manche Länder eine Scheibe von abschneiden. Mit meinen knappen 1,75 m konnte ich mich gut ausstrecken; wer 2 m misst, wird sich etwas verschränken müssen.

Umgebautes Bett im Nachtzug von Bangkok nach Chiang Mai

Gegen 22 Uhr gingen im Wagon die Lichter aus, und Ruhe kehrte ein – genau der richtige Zeitpunkt, sich hinzulegen und sich darauf zu freuen, in ein paar Stunden im so berühmten Chiang Mai aufzuwachen. Am nächsten Morgen wurden wir gegen 6 Uhr sanft vom Zugpersonal geweckt, die Betten mussten zurückgebaut werden. Der Zug bietet wirklich saubere Toiletten und Waschmöglichkeiten, um sich morgens etwas Wasser ins Gesicht zu werfen und die Zähne zu putzen. Zum Zähneputzen sollte man dabei immer nur Wasser aus gekauften Flaschen nehmen – Leitungswasser darf man in Thailand grundsätzlich nicht trinken, es sei denn, man steht auf eine innige Beziehung mit dem Porzellanthron.

Am Bahnhof in Chiang Mai angekommen, wurde es draußen etwas hektisch, weil alle gleichzeitig auf der Suche nach einer Transportmöglichkeit in die Innenstadt waren. Wir haben uns einer Gruppe angeschlossen, die in der Nähe unserer Unterkunft wohnte, sodass uns der Tuktuk-Fahrer auf dem Weg dorthin absetzen konnte. Für die rund 20-minütige Fahrt hat er 100 Baht (ca. 2,60 €) von uns verlangt.

Ankommen im Herzen der Altstadt

Unsere Unterkunft war das Estia Chiangmai, das wir über booking.com gebucht hatten. Als Genius-Mitglied haben uns die drei Übernachtungen inklusive Frühstück 105 € gekostet.

Verfügbarkeit im Estia Chiangmai prüfen →

Ein kleiner Profi-Trick von mir: In der Regel kann man in Hotels und Unterkünften erst am Nachmittag ab 14 Uhr einchecken. Weil wir aber bereits um 8 Uhr morgens an der Unterkunft waren, hatten wir bereits im Vorfeld unseren Aufenthalt einen Tag nach vorne gebucht. So war das Zimmer für uns schon fertig, wir konnten sofort unser Gepäck unterbringen und gleich zum Frühstück gehen – gestärkt in den Tag.

Das Estia Chiangmai liegt strategisch unschlagbar günstig: mitten im Zentrum der Altstadt, umgeben von unzähligen Tempeln, und zum weltberühmten Tha Phae Gate waren es nur 10 Gehminuten. Rundherum gab es Restaurants und Cafés, und wer schon einmal in Thailand war, weiß: Der nächste 7-Eleven lässt nie lange auf sich warten.

Estia Chiangmai in der Altstadt nahe dem Tha Phae Gate

Tempel, Roller und der Blick über Chiang Mai

Für die drei Tage haben wir uns erneut einen Roller ausgeliehen. Ich kann mangobikesrent.com wärmstens empfehlen – toller Service, und die Fahrzeuge sind wirklich gut in Schuss. Ausgeliehen haben wir uns ein Honda PCX 160i (Automatik), damals für 450 THB (knapp 12 €) pro Tag; die aktuelle Preisliste zeigt etwas über 13 € für dieses Modell.

Nachdem wir einige Tempel in der Altstadt besucht hatten, ging es weiter zum Wat Phra That Doi Kham, einem der bekanntesten und heiligsten Tempel Nordthailands. Er liegt auf einem Berg, und die Auffahrt über die Serpentinen war richtig schön. Von oben konnten wir ganz Chiang Mai überblicken, den Flughafen direkt zu seinen Füßen.

Blick über Chiang Mai vom Wat Phra That Doi Kham

Am Abend haben wir noch One Nimman und den White Market besucht.

Der Elefanten-Vormittag, der alles übertraf

Am nächsten Morgen ging es zum absoluten Highlight unseres Chiang-Mai-Besuchs: eine One Day Elephant Care Tour. Wir waren von der Tour, dem Ablauf und der ganzen Veranstaltung so begeistert, dass wir den Besuch im Elephant Jungle Sanctuary jedem empfehlen – ich werde für diese Erwähnung nicht bezahlt, das ist einfach unsere ehrliche Meinung. Pro Person haben wir dafür 2.600 THB bezahlt, umgerechnet rund 68 €.

Gegen 6:30 Uhr wurden wir an unserer Unterkunft von einem Fahrer mit Minivan abgeholt, der noch zwei weitere Stationen in Chiang Mai ansteuerte, um dort weitere Teilnehmer einzusammeln. Gegen 7 Uhr ging es dann los in Richtung des Sanctuary – die Fahrt dauerte knapp zwei Stunden, mit einem kurzen Halt an einer Tankstelle für eine WC-Pause und/oder etwas Shopping.

Vor Ort angekommen, wurden alle rund 30 Teilnehmer, die auch mit anderen Vans eintrafen, herzlich mit Wasser und einer kleinen Stärkung begrüßt und anschließend mit bunten Ponchos ausgestattet – Schutzkleidung für die Besucher und zugleich ein Zeichen des Respekts vor der lokalen Kultur. Bevor es zu den Elefanten ging, wurden wir genau instruiert, wie man sich verhalten muss, und lernten einiges über die Mahouts sowie den Unterschied zwischen asiatischen und afrikanischen Elefanten. Anschließend durften wir beim Zubereiten des Futters mithelfen.

Dann ging es zu den sanften Riesen selbst. Man durfte den Elefanten das selbst zubereitete Futter und Bananen in den Rüssel geben – oder, wer sich traute, direkt ins Maul stecken. Keines der Tiere war angekettet, man durfte sie streicheln und sich mit ihnen fotografieren lassen. Ein professioneller Fotograf war die ganze Zeit dabei und hat alles festgehalten; die Bilder wurden uns anschließend per Link kostenfrei per E-Mail zur Verfügung gestellt, in herausragender Qualität – ein Poster daraus hängt bis heute bei mir zu Hause.

Fütterung eines Elefanten im Elephant Jungle Sanctuary bei Chiang Mai

Nach dem Füttern ging es zum nahegelegenen Fluss, wo wir mit den Tieren planschen durften – Mensch und Tier haben sich gegenseitig bespritzt und die kühle Abwechslung genossen. Danach folgte eine Schlammgrube, die beide Seiten gleichermaßen liebten. Nach dem Schlammbaden durften wir duschen gehen, bevor uns vor der Heimreise noch ein Buffet-Essen erwartete.

Am Abend haben wir noch den Night Bazaar besucht, uns mit Souvenirs eingedeckt und den Hunger gestillt. Ein wunderschöner und emotionaler Tag ging damit zu Ende.

Der letzte Tag – und eine Enttäuschung

An unserem letzten Tag in Chiang Mai haben wir es entspannt angehen lassen: noch ein paar Tempel, dazu der Chiang Mai Zoo. Über den Zoo verliere ich lieber kein Wort, weil er so furchtbar war – ich hoffe, er hat sich seither deutlich verbessert. Ansonsten: ganz weit meiden.

Nachdem wir den Roller wieder abgegeben hatten, sind wir per Taxi zum Flughafen Chiang Mai gefahren.

Zwei Kurzstreckenflüge und der Aufenthalt in Khon Kaen

Von Chiang Mai aus sind wir zu meiner Freundin nach Khon Kaen geflogen, wo wir ein paar Tage im Kreis der Familie verbracht haben. Diesen Inlandsflug gibt es mit Handgepäck bereits ab rund 35 €; mit 20 kg Aufgabegepäck haben wir pro Person 2.100 THB bezahlt, was etwa 55 € pro Person entspricht.

Domestic Passenger Terminal am Flughafen Chiang Mai

Am vorletzten Tag meines Thailand-Aufenthalts sind wir gemeinsam nach Bangkok geflogen – ich, weil ich am nächsten Tag wieder nach Hause musste, und meine Freundin, um sich von mir am Flughafen zu verabschieden. Für mich haben wir mit Hand- und Aufgabegepäck 45 € bezahlt, für meine Freundin, die nur mit einer kleinen Tasche für die Nacht unterwegs war, gerade einmal 27 €. Noch günstiger geht es zum Beispiel mit Thai Vietjet Air: Diesen Flug gibt es dort mitunter schon ab unglaublichen 13 €.

Ein letzter Abend über den Dächern Bangkoks

Übernachtet haben wir im flughafennahen Skyline Resort, das wir ebenfalls über booking.com gebucht hatten – für die eine Nacht haben wir 25 € bezahlt. Keine 10 Minuten per Taxi vom Flughafen entfernt, konnte man dort sogar die Flugzeuge starten und landen sehen.

Verfügbarkeit im Skyline Resort prüfen →

Gepäck verstaut, ging es weiter in die Stadt. Weil wir so nah am Flughafen waren, ließen wir uns zunächst per Grab zur Airport-Rail-Link-Station Lat Krabang bringen – Uber gibt es in Thailand nicht mehr, Grab hat den Markt komplett übernommen. Die kurze Fahrt zur Lat-Krabang-Station kostete rund 150 THB (knapp 4 €). Mit dem Airport Rail Link ging es dann für rund 40 THB (etwas über 1 €) pro Person in die Innenstadt bis zur Station Phaya Thai. Dort sind wir auf den BTS Skytrain umgestiegen und für 17 bis 47 Thai Baht (rund 0,45 bis 1,25 €) pro Person bis zur Station Chong Nonsi gefahren.

Diese Station verbindet sich direkt mit dem MahaNakhon Tower und seiner gläsernen Aussichtsplattform in 314 m Höhe. Bis 2018 war der MahaNakhon Tower das höchste Gebäude Thailands. Tickets für Erwachsene starten bei 1.000 THB (rund 26 €) für das Tagesticket bis 16:30 Uhr und bei 1.200 THB (etwas über 31 €) für das Sunset-Ticket danach, wenn die Sonne untergeht – ein Traum, Bangkok zu dieser goldenen Stunde zu sehen. Wer schwindelfrei und mutig genug ist, darf sich auf die gläserne Plattform stellen und über 300 m in die Tiefe schauen – das ist im Eintrittspreis inbegriffen. Kauft die Tickets über die offizielle Webseite von King Power Mahanakhon; über GetYourGuide zahlt man deutlich mehr, und auf die mögliche Provision verzichte ich hier bewusst.

Sonnenuntergang über Bangkok vom MahaNakhon SkyWalk

Was diese Etappe gekostet hat

PostenfürPreis
Nachtzug Bangkok–Chiang Mai, 2. Klasse Schlafwagen1 Person40,00 €
Tuktuk Bahnhof Chiang Mai–Unterkunft, 100 THB2 Personenrund 2,60 €
Unterkunft Chiang Mai, Estia Chiangmai, 3 Nächte inkl. Frühstück (Genius-Rabatt)2 Personen105,00 €
Rollerverleih Mango Bikes Rent, Honda PCX 160i, 450 THB/Tag, 3 Tage1 Rollerrund 36,00 €
Elephant Jungle Sanctuary, One Day Elephant Care Tour, 2.600 THB p. P.2 Personenrund 136,00 €
Inlandsflug Chiang Mai–Khon Kaen mit 20 kg Aufgabegepäck, 2.100 THB p. P.2 Personenrund 110,00 €
Flug Khon Kaen–Bangkok, mit Hand- und Aufgabegepäck1 Person45,00 €
Flug Khon Kaen–Bangkok, nur Handgepäck1 Person27,00 €
Unterkunft Bangkok, Skyline Resort, 1 Nacht2 Personen25,00 €
Grab zur Lat-Krabang-Station, 150 THB1 Fahrtrund 4,00 €
Airport Rail Link Lat Krabang–Phaya Thai, 40 THB p. P.2 Personenrund 2,00 €
BTS Skytrain Phaya Thai–Chong Nonsi, 17–47 THB p. P.2 Personenrund 0,90–2,50 €
MahaNakhon SkyWalk, Sunset-Ticket, 1.200 THB p. P.2 Personenrund 62,00 €

In Summe kommen wir damit auf rund 596 €. Alle Beträge sind in Euro angegeben; vor Ort zahlst Du in Thai-Baht, die Summe schwankt also mit dem Wechselkurs. Auch hier gilt: Wer stattdessen ein Rundum-Paket bucht, zahlt am Ende für Bequemlichkeit – nicht für das Erlebnis selbst.

Alle Buchungslinks auf einen Blick

Im nächsten Teil geht es dann mit einer ungeplanten Änderung meiner Rückreise weiter.

Und wenn Du beim Lesen gedacht hast „so eine Route will ich auch, aber nicht selbst zusammensuchen": Genau das ist meine Arbeit. Das erste Gespräch kostet nichts.

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