Der Westen wartet: San Francisco, Las Vegas & Grand Canyon
Von Stuttgart aus flogen wir über Kopenhagen nach San Francisco – die längste Etappe der Reise gleich zu Beginn, dafür wartete am Ende die kalifornische Westküste.
Unser erster Stopp führte uns nicht direkt in die Stadt, sondern an die Küste nördlich davon: Dillon Beach, ein kleiner, fast unberührter Strand, an dem man kurz vergisst, dass man gerade aus Europa eingeflogen ist. Weiter ging es zum Armstrong Redwoods State Natural Reserve – und das ist einer dieser Momente, die man fotografiert und trotzdem weiß: Es funktioniert nicht. Die Riesenmammutbäume hier sind so groß, dass kein Bild ihre tatsächliche Dimension einfängt. Man steht zwischen Stämmen, für die man mit acht Personen nicht ausreicht, um sie zu umarmen.
Erst danach fuhren wir in die Stadt selbst. San Francisco hat zwei unverwechselbare Wahrzeichen, und beide haben wir mitgenommen: die Golden Gate Bridge, mit ihrem unverkennbaren rostroten Anstrich, der bei Nebel halb verschwindet und gerade deshalb so fotogen ist. Und Alcatraz, das ehemalige Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel mitten in der Bucht. Mit der Fähre rüber, durch die leeren Zellen laufen, sich die Geschichten der Ausbruchsversuche anhören – ein eindringlicher Vormittag.
Vom kleineren Flughafen Santa Rosa flogen wir weiter nach Las Vegas. Wüste statt Pazifik, Neon statt Nebel. Mit dem Mietwagen ging es Richtung Grand Canyon South Rim, mit Stopps unterwegs, die jeder einmal gemacht haben sollte: am Hoover-Staudamm, der wie eine Betonwand zwischen zwei Schluchten klemmt, und auf der legendären Route 66 in Kingman und Seligman – Orte, die seit Jahrzehnten dieselben Diners, dieselben Tankstellen, dieselben Werbeschilder haben, weil genau das ihr Markenzeichen ist.
Am Grand Canyon angekommen erlebten wir den Sonnenuntergang. Und das ist einer dieser Momente, bei dem alle Beschreibungen kleiner wirken als der Anblick selbst. Die Schichten der Schlucht ändern ihre Farbe im Minutentakt – orange, rot, violett – und am Ende sitzt man am Rand, sagt nichts mehr und schaut einfach nur. Der Grand Canyon ist einer der wenigen Orte, an denen man wirklich versteht, was „überwältigend“ heißt.
Halloween haben wir uns nicht entgehen lassen – mit Familie in den USA bekommt man das in seiner authentischen Form mit: Kürbisse vor jeder Tür, Kinder in Kostümen, die ganze Nachbarschaft auf den Beinen. Für jemanden, der aus Deutschland kommt, ist das eine ganz andere Dimension von Halloween.
Den Abschluss machten wir am Lake Tahoe, dem riesigen Bergsee an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, gefolgt von Santa Cruz an der Küste. Bergsee, Wald, Pazifik – ein passender Bogen für eine Reise, die einmal quer durch den amerikanischen Westen geführt hat.























