Die letzte Nacht in Bangkok, im Skyline Resort nahe dem Flughafen, wollte einfach nicht ruhig werden. Der nahende Abschied lag uns beiden im Nacken, und irgendwann, statt weiter wach im Bett zu liegen, habe ich kurz meine E-Mails gecheckt. Da kam der Schock: Einer meiner Flüge war storniert.
Die Nachricht um Mitternacht
Um 0:30 Uhr saßen wir voller Entsetzen im Taxi zum Flughafen, um mehr zu erfahren. Am Infoschalter hieß es: Der Flug nach Maskat findet ordnungsgemäß statt, nur der Weiterflug von dort nach Frankfurt wurde gestrichen. Grund war ein Streik am Frankfurter Flughafen. Sichtlich enttäuscht und ohne zu wissen, was mich in Oman erwarten würde, sind wir mit dem Taxi zurück zur Unterkunft. Jede dieser Fahrten hat rund 150 Baht gekostet, umgerechnet knapp 4 €.
Um sechs Uhr klingelte der Wecker erneut, und es ging ein drittes Mal mit dem Taxi zurück zum Flughafen. Beim Gepäck-Check-in bekam ich nur eine zusätzliche Information: Der Rückflug von Maskat nach Frankfurt würde um einen Tag verschoben. Viele der Passagiere, die ebenfalls nach Frankfurt weiterfliegen sollten, hörten das gerade zum ersten Mal – man sah ihnen das Entsetzen förmlich an.
Abschied und die schlimmste Rolltreppe der Welt
Dann hieß es, Abschied von meiner Freundin zu nehmen. Wir wussten, wir würden uns Ende Oktober wiedersehen – nur noch nicht, wo. Und dann ging es auch schon hoch, die schlimmste Rolltreppe der Welt. Jeder, der schon mal in Thailand war, weiß genau, wovon ich rede.
Der insgesamt gut sechsstündige Flug von Bangkok nach Maskat war unruhig und angespannt. Viele von uns wussten nicht, wie es weitergehen würde, sobald wir in Maskat ankommen würden. Kurz vor der Landung gab die Chefstewardess eine Ansage durch: Passagiere mit Weiterflug nach Frankfurt hätten nun zwei Optionen. Entweder die 24 Stunden bis zum nächsten Flug im Transitbereich verbringen – oder sich auf eigene Kosten eine Unterkunft suchen. Das Gepäck würde in jedem Fall ausgeladen, wer eine Unterkunft suchte, könnte es am Gepäckband abholen; für alle anderen würde es am nächsten Tag wieder auf die richtige Maschine geladen.
Chaos am Flughafen Maskat
Am Flughafen angekommen, war das Chaos immens. Die meisten Passagiere fühlten sich verschaukelt und im Stich gelassen, es wurde laut, keiner konnte die Situation richtig einordnen. Ich war auch nicht erfreut. Hätte Oman Air das besser handhaben können? Sicherlich. War die Airline von der Lage selbst überrascht worden, genau wie wir alle? Ja. Trotzdem hatte ich keine Lust, die nächsten 24 Stunden im Transitbereich zu verbringen – keine Privatsphäre, teures Essen, und wofür eigentlich.
Also bin ich zur Immigration und habe mit meinem tschechischen Reisepass ein Visa on Arrival bekommen. Sobald ich mein Gepäck vom Band hatte, habe ich mich dank Flughafen-WLAN sofort auf die Suche nach einer Unterkunft in Flughafennähe gemacht und mich für das rund 12 Minuten entfernte Novotel Muscat Airport Hotel entschieden. Ein Zimmer mit Frühstück für die Nacht hat mich 73 € (32,5 OMR) gekostet. Draußen vorm Terminal habe ich mir ein Taxi zum Hotel genommen, die rund zehnminütige Fahrt hat umgerechnet 15 € gekostet.
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Eine unerwartete Nacht in Oman
Das Novotel war super modern. Als ich mein Zimmer betreten habe, konnte ich meinen Augen kaum trauen – so groß und luxuriös, ganz allein für mich. Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Freundin, mit der Bestätigung, dass bei ihr alles in Ordnung war, habe ich noch ein paar Runden im hoteleigenen Pool gedreht.
Ich war noch nie zuvor in Oman gewesen, und die verbleibenden Stunden wollte ich nicht einfach auf dem Zimmer verbringen. An der Hotel-Info habe ich nach Restaurants mit heimischer Küche gefragt, und man hat mir das Rozna empfohlen – ein relativ neues Restaurant, gebaut im Stil einer alten Festung. Zu Fuß waren es rund 30 Minuten vom Hotel dorthin, was mich überhaupt nicht abgeschreckt hat. So konnte ich noch etwas von einem mir bis dahin unbekannten Land sehen.
Maskat ist eine Wüstenstadt, eingebettet zwischen dem Golf von Oman und dem rauen Hadschar-Gebirge. Was mir sofort aufgefallen ist: wie sauber es dort war – Straßen in einem Zustand, von dem sich so manches westliche Land eine Scheibe abschneiden könnte.

Rozna – ein Abend in einer omanischen Festung
Das Rozna war aufgebaut wie eine kleine Burg. Im kühlen Innenraum saßen Männer, Frauen und Kinder gemeinsam an einem Tisch und genossen das Essen. Ich wollte unbedingt etwas Einheimisches probieren und habe Kabisa, Lamb Qabuli, einen Strawberry Juice und zwei Cinnamon Tea bestellt. Für dieses Essen habe ich knapp 10 OMR bezahlt, umgerechnet etwa 22,50 €.

Als ich mich auf den Heimweg gemacht habe, war die Sonne bereits untergegangen. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich auch nur im Entferntesten unsicher gefühlt.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Ich würde in genau einem Jahr ein Déjà-vu erleben – aus demselben Grund erneut in Maskat gestrandet. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der Rückweg
Am nächsten Morgen habe ich mir erst das Frühstück schmecken lassen, bevor es gegen Mittag zurück zum Flughafen ging – erneut für rund 15 € mit dem Taxi. Gepäck eingecheckt, und dann konnte es endlich nach Hause gehen. Nach weiteren sechs Stunden Flug bin ich in Frankfurt gelandet und wurde per Shuttle zum Parkplatz gebracht.

Und damit löse ich auch die Sache aus Teil 1 auf: Als ich den Parkplatz gebucht hatte, wurde mir die Option angeboten, einen Ersatztag für 2,99 € dazuzubuchen – für den Fall einer Planänderung. Habe ich nicht gemacht. Jetzt musste ich für den zusätzlichen Tag 15 € nachzahlen. Kein Betrag, der mich ruiniert, aber definitiv vermeidbar gewesen.
Was dieser Umweg gekostet hat
| Posten | für | Preis |
|---|---|---|
| Taxi Unterkunft–Flughafen Bangkok, nachts, 150 THB | 1 Fahrt | rund 4 € |
| Taxi Flughafen–Unterkunft Bangkok, 150 THB | 1 Fahrt | rund 4 € |
| Taxi Unterkunft–Flughafen Bangkok, morgens, 150 THB | 1 Fahrt | rund 4 € |
| Taxi Flughafen Maskat–Novotel | 1 Fahrt | rund 15 € |
| Novotel Muscat Airport Hotel, 1 Nacht inkl. Frühstück (32,5 OMR) | 1 Person | 73,00 € |
| Abendessen im Rozna Restaurant (9,975 OMR) | 1 Person | rund 22,50 € |
| Taxi Novotel–Flughafen Maskat | 1 Fahrt | rund 15 € |
| Zusatztag Parkplatz Frankfurt (statt 2,99 € vorab buchbar) | 1 Fahrzeug | 15,00 € |
In Summe rund 152 €, die dieser ungeplante Zwischenstopp zusätzlich gekostet hat – der ursprünglich gebuchte Flug ist hier nicht mit eingerechnet, der stand ja schon fest. Alle Beträge in Euro angegeben; vor Ort habe ich in Rial bezahlt, die Summe schwankt also mit dem Wechselkurs. Bereue ich diesen Umweg? Auf gar keinen Fall. Ich konnte neue Eindrücke sammeln und habe mir geschworen, Oman irgendwann ausgiebig zu bereisen.
Alle Buchungslinks auf einen Blick
- Unterkunft Maskat: Novotel Muscat Airport Hotel
Ein Rückblick auf die ganze Reise
Drei Teile, eine Reise, und am Ende doch mehr, als ich bei der Buchung erwartet hatte. Die Todeseisenbahn nach Kanchanaburi, drei Nächte auf dem Fluss Kwai, der Nachtzug nach Chiang Mai, die Elefanten im Sanctuary – und dann, völlig ungeplant, ein Abend in einer omanischen Festung, von dem ich vorher nicht wusste, dass ich ihn erleben würde. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Reise, die man selbst zusammenstellt, und einer, die man fertig kauft: Ein Paket hätte mir für diesen Fall vielleicht eine Hotline gegeben. Es hätte mir nicht die Freiheit gegeben, selbst zu entscheiden, was ich aus einer verpatzten Nacht mache.
Und wenn Du beim Lesen gedacht hast „so eine Reise will ich auch, aber nicht selbst zusammensuchen": Genau das ist meine Arbeit. Das erste Gespräch kostet nichts.




