USA-Westküste, Teil 2: Las Vegas und Grand Canyon – Wüstenlicht und die schönste Autofahrt meines Lebens

San Francisco lag hinter uns, die Wüste vor uns. Was in diesem Teil der Reise passiert ist, hätte in kein Katalogprogramm gepasst: ein Flughafen, der Snoopy gewidmet ist, drei Nächte zwischen Neonlicht und Nationalpark, eine Autofahrt, die ich bis heute für die schönste meines Lebens halte – und ein Grand Canyon, für den wir keinen Cent Eintritt bezahlt haben, weil in Washington gerade gestritten wurde.

Von Santa Rosa nach Las Vegas – und ein Flughafen für Snoopy

Der Ehemann meiner Cousine hat uns am Tag nach unserem San-Francisco-Besuch zum Flughafen STS in Santa Rosa gefahren. Den günstigsten Flug haben wir über momondo ermittelt und dann über trip.com gebucht. Geflogen sind wir am Ende mit Hawaiian Airlines und haben für zwei Personen, Hin- und Rückflug, 342,30 € bezahlt.

Was wir bis dahin überhaupt nicht wussten: Der Flughafen STS heißt eigentlich Charles M. Schulz–Sonoma County Airport und ist dem Schöpfer von Charlie Brown, Snoopy und Lucy gewidmet. Rund um das Terminal und im Gebäude selbst stehen und hängen überall Bilder und Skulpturen dieser Figuren. Eine ideale Gelegenheit, sich mit weltberühmten Gestalten aus Kindertagen abzulichten – und einer dieser Momente, die kein Reiseplan vorher ankündigt.

In Santa Rosa sind wir mit langer Hose und leichter Jacke gestartet. Am Harry Reid International Airport in Las Vegas angekommen, haben wir uns als Erstes umgezogen: Das Wüstenwetter war schon am Vormittag angenehm heiß – und wir waren Ende Oktober dort.

Mietwagen, Wüstenhitze und das erste Foto

Weil wir nur mit Bordgepäck gereist sind, konnten wir den Flughafen schnell verlassen und sind direkt zur Haltestelle gelaufen, von der aus ein Shuttlebus zum Car Rental Center des Flughafens fährt. Dort haben wir unseren Wagen übernommen. Gebucht hatten wir über den Mietwagen-Vergleich von Check24, bekommen haben wir einen Nissan Rogue – in Europa als Nissan X-Trail bekannt. Für den Zeitraum vom 27. bis 30. Oktober haben wir 186 € bezahlt.

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Zum ersten Mal alleine auf amerikanischen Straßen – und der erste Stop war natürlich das weltbekannte Schild „Welcome to Fabulous Las Vegas". Ich weiß nicht, ob das immer so ist, aber als wir dort waren, stand eine Art Student oder Mitarbeiter am Schild, der gegen Trinkgeld die Fotos gemacht hat. Er hat dafür unsere eigenen Smartphones benutzt, die wir ihm übergeben haben. Ob das Abzocke war oder ein völlig normaler Nebenjob, kann ich nicht sagen – ich habe ihm 5 Dollar gegeben und die Bilder sind top geworden.

Das Welcome to Fabulous Las Vegas Schild

Paris Las Vegas – zentraler wohnen geht kaum

Nächster Stop war unser erstes Hotel: das direkt am Strip gelegene Paris Las Vegas. Für eine Übernachtung für zwei Personen haben wir 81,84 € bezahlt. Zentraler wohnen kann man in Las Vegas fast nicht, und der Preis war für diese Lage mehr als in Ordnung. Wir waren im 21. Stock untergebracht und hatten direkte Aussicht auf den High Roller und die Sphere. Die Sphere bei Nacht, dazu die Beleuchtung der ganzen Stadt vom Fenster aus – das bleibt.

Blick aus dem Hotelzimmer auf High Roller und Sphere bei Nacht

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Geparkt haben wir im Parkhaus, das sich das Paris Las Vegas und das Horseshoe Las Vegas teilen. Bezahlt haben wir 20 Dollar pro Tag – nicht pro 24 Stunden, sondern pro Kalendertag, das ist ein Unterschied, der schnell teuer wird. Bei uns waren es also 40 Dollar, von denen wir beim Check-out 10 Dollar Rabatt bekommen haben, weil wir im Paris übernachtet haben. Weil beide Hotels dasselbe Parkhaus nutzen, war es anfangs etwas knifflig, den richtigen Weg zum passenden Check-in-Schalter zu finden.

Wir waren etwas zu früh für den Check-in, was kein Problem gewesen wäre: Für 25 Dollar extra hätten wir das Zimmer sofort beziehen können. Darauf haben wir verzichtet. Das Zimmer war ja fertig, sonst hätten wir es gar nicht beziehen können – für mich ist das reine Geldmacherei und schlicht unpassend.

Stattdessen sind wir zurück zum Wagen und einmal über den kompletten Strip gefahren. Vorbei an all den Hotels und Attraktionen, die wir bis dahin nur aus dem Fernsehen kannten. Hoch bis zur Fremont Street, vorbei am Gold & Silver Pawn Shop, den man ebenfalls aus dem Fernsehen kennt. Auf dem Rückweg kurzer Halt bei einem 7-Eleven, um uns mit dem Nötigsten einzudecken: Wasser und ein paar Snacks.

Dann war Check-in-Zeit. Der Weg zum Schalter führt – wie in jedem Casino-Hotel – erst einmal an allen Spielautomaten und Spieltischen vorbei. Von der Lautstärke war es angenehmer, als ich es mir vorgestellt hatte. Was allerdings unheimlich gestört hat: An den Automaten und Tischen darf geraucht werden. Der kalte Rauch und die mangelnde Lüftung haben das ganze Erlebnis getrübt. Wer darauf empfindlich reagiert, sollte das bei der Hotelwahl in Las Vegas mitdenken.

Der Strip zu Fuß – Fontänen, Sphere und High Roller

Nachdem das Gepäck im Zimmer war, sind wir sofort wieder raus und haben uns ins Getümmel geworfen. Das Paris Las Vegas liegt direkt gegenüber dem Bellagio, also haben wir uns als Erstes die berühmten Fontänen angeschaut. Während unseres Aufenthalts stand offenbar kurz darauf ein Formel-1-Rennen an, sodass an vielen Straßen und Ecken Absperrungen und Sichtbehinderungen aufgebaut waren.

Zu Fuß entlang des Las Vegas Boulevard sind wir Richtung Norden gelaufen, ohne festes Ziel – wir wollten die Stadt einfach auf uns einprasseln lassen. So sind wir bis zur Sphere gekommen und haben auf dem Weg beobachtet, wie sich deren Animationen ständig verändert haben. Mit über 100 € pro Person für eine Vorstellung haben wir uns gegen einen Besuch im Inneren entschieden.

Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dafür Halt beim High Roller gemacht und spontan zwei Tickets über Klook bestellt – etwas über 30 € pro Person, weil die Sonne bereits untergegangen war und Las Vegas im vollen Neonlicht stand. Die Fahrt selbst dauert 30 Minuten. Las Vegas tagsüber und Las Vegas bei Nacht sind zwei komplett verschiedene Städte: Die karge Wüstenstadt verwandelt sich in ein Meer aus Licht und Glitzer, und die Sphere lässt sich von oben in ihrer vollen Pracht bestaunen. Wenn Du nur eine Aussichtsfahrt machst, dann nach Sonnenuntergang.

Praktisch für den Alltag: Zwischen dem Paris Las Vegas und dem Horseshoe liegt eine CVS Pharmacy. Das ist keine reine Apotheke, sondern ein Supermarkt, in dem es fast alles gibt. Sicher teurer als anderswo im Land, aber definitiv nicht unbezahlbar. Gleich in der Nähe gibt es außerdem die Grand Bazaar Shops mit allem an Essen, Trinken und Unterhaltung.

Hoover Dam – die schönste Autofahrt meines Lebens

Früh am nächsten Morgen ging es Richtung Grand Canyon. Erster Zwischenstopp: der Hoover Dam. Die Fahrt von Las Vegas dorthin war, was Land und Natur angeht, die schönste meines Lebens. Ich empfehle jedem, diese Strecke einmal selbst zu fahren – und zwar wirklich selbst. In einem Reisebus auf einem Tagesausflug kommt dieses Gefühl der Überwältigung nicht auf.

Aus Zeitgründen sind wir nicht in den Hoover Dam hinein, sondern haben das monströse Bauwerk von der Mike O'Callaghan–Pat Tillman Memorial Bridge aus bestaunt. Die Brücke verläuft rund 270 Meter über dem Fluss und verbindet Nevada mit Arizona. Stell den Wagen am Boulder Dam Bridge Parking ab, lauf die paar Stufen hoch zur Brücke und dann zum Aussichtspunkt auf den Damm. Der Parkplatz ist kostenlos. Vor der Einfahrt muss man allerdings durch eine Sicherheitskontrolle, die man mit dem Fahrzeug durchfährt – solange keine Waffen oder Ähnliches an Bord sind, wird die Zufahrt problemlos gewährt.

Der Hoover Dam von der Mike-O'Callaghan-Pat-Tillman-Brücke aus

Route 66 – Kingman und ein Mittagessen in Seligman

Nächster Halt war das Kingman Visitor Center an der alten, weltberühmten Route 66. Dort gibt es die Möglichkeit, den Wagen direkt unter dem großen Kingman-Route-66-Schild zu parken und Bilder für die Ewigkeit zu machen.

Das Kingman-Schild an der historischen Route 66

Zum Mittagessen haben wir uns weiter östlich den Ort Seligman ausgesucht, genauer: das Roadkill Café. Deren Slogan lautet „you kill it, we grill it". Das Essen war super – und im Magen gestärkt ging es weiter nach Tusayan, wo die nächste Unterkunft auf uns gewartet hat.

Grand Canyon – Sonnenuntergang am Mather Point

Übernachtet haben wir in der ruhigen Red Feather Lodge in Tusayan, gebucht über trip.com, für 205,17 € ohne Frühstück. Wir haben nur schnell das Gepäck ins Zimmer gebracht und sind sofort losgefahren, um den Grand Canyon bei Sonnenuntergang zu sehen.

Als wir dort waren, gab es in den USA politische Unstimmigkeiten, in deren Folge kein Parkpersonal im Dienst war – wir hatten an beiden Tagen freien Eintritt. Normalerweise kostet der Eintritt in den Grand Canyon National Park (South Rim) 35 USD pro privatem Fahrzeug oder 20 USD pro Person für Fußgänger und Radfahrer.

Abgestellt haben wir das Auto auf einem Parkplatz in der Nähe des Mather Point, der eigentliche Hauptausgangspunkt für die Erkundung des South Rim. Als wir dort ankamen, ging die Sonne gerade unter, und der Canyon hat in den seltensten und schönsten Warmtönen gestrahlt. Kein Bild fängt diesen Moment passend ein. Das muss man tatsächlich in Person gesehen haben.

Sonnenuntergang über dem Grand Canyon am Mather Point

Zurück in Tusayan haben wir im Big E Spaghetti Western zu Abend gegessen – nur knapp fünf Gehminuten von der Red Feather Lodge entfernt.

Zweiter Tag am South Rim – Grand Canyon Village und Maricopa Point

Am nächsten Morgen sind wir noch einmal zum Grand Canyon, diesmal von einer anderen Seite. Wir haben in der Nähe des Grand Canyon Village geparkt und sind von dort bis zum Maricopa Point gelaufen. Der Canyon zeigt sich aus jedem Winkel komplett anders und verblüfft von jedem Viewpoint aufs Neue mit spektakulären Ansichten. Vom Maricopa Point haben wir den kostenlosen Shuttlebus zurück zum Village genommen – und sind dann wieder nach Las Vegas aufgebrochen.

Zurück in Las Vegas – Horseshoe, Monorail und Fremont Street

Diese Nacht haben wir im Horseshoe Las Vegas verbracht, für 62,14 €. Geparkt haben wir im gleichen Parkhaus wie zwei Tage zuvor. Ehrlicherweise hat uns das Horseshoe weniger gut gefallen als das Paris. Obwohl beide praktisch denselben Standard haben, haben wir uns im Paris einfach wohler gefühlt.

Nach dem Check-in haben wir uns aufgemacht, die Fremont Street zu erkunden. Dazu haben wir vom Horseshoe aus zuerst den Las Vegas Monorail bis zur Endstation Sahara Las Vegas genommen. Eine einfache Fahrt kostet als Papierticket 6 Dollar, als E-Ticket 5,50 Dollar; wir haben direkt an der Station Horseshoe/Paris gekauft. Meine ehrliche Einschätzung: Die Monorail-Tickets sind teuer. Die Züge fahren regelmäßig, es gibt aber nur wenige Haltestellen, sodass zwischen Station und Ziel immer lange Fußwege liegen. Zum Erkunden des Strips ist die Monorail ungeeignet.

Von der Endstation Sahara haben wir dann für rund 15 Dollar ein Uber zur Fremont Street genommen. Die war für uns zu schrill und eindeutig viel zu laut. Wir sind einmal von oben bis unten durchgelaufen und dann schnell mit dem Bus zurück zum Horseshoe.

Der Las Vegas Strip am Tag

Der letzte Tag – ein verschobener Flug und eine Lounge, die wir nicht empfehlen

Am nächsten Morgen haben wir noch ein Stück des Strips Richtung Süden erkundet, bevor wir den Mietwagen mittags zurückgeben mussten. Unser Rückflug war ursprünglich für 14 Uhr geplant, und darauf hatten wir die Rückgabe ausgerichtet. Der Flug wurde dann zweimal verschoben, sodass wir erst kurz vor 20 Uhr geflogen sind – der Wagen war aber längst weg und fünf Stunden mussten irgendwie überbrückt werden.

Dafür haben wir uns die Las Vegas South Premium Outlets ausgesucht, rund 25 Gehminuten vom Car Rental Center entfernt. Nachdem wir jedes Geschäft etwa fünfmal gesehen hatten, war es Zeit, zurück zum Car Rental Center zu laufen, von wo aus uns der Shuttlebus wieder zum Terminal gebracht hat.

Beim Buchen der Flüge hatte ich uns zusätzlich Zugang zur The Club LAS Lounge dazugebucht, für uns beide 49,98 €. Von der Lounge selbst waren wir enttäuscht. Zuerst gab es Schwierigkeiten, überhaupt hineinzukommen (angeblich ausgelastet), und dann gab es dort nicht einmal eine warme Mahlzeit – nur ein paar Snacks und Getränke. Vielleicht hatten wir einfach Pech. Zum damaligen Zeitpunkt würde ich die Lounge nicht weiterempfehlen.

Erschöpft, aber voller Erlebnisse waren wir kurz vor 22 Uhr wieder in Santa Rosa, wo wir abgeholt und nach Hause gebracht wurden.

Was diese Etappe gekostet hat

PostenPreis (2 Personen)
Flug Santa Rosa–Las Vegas und zurück, Hawaiian Airlines342,30 €
Mietwagen Nissan Rogue, 27.–30. Oktober186,00 €
Paris Las Vegas, 1 Nacht81,84 €
Red Feather Lodge Tusayan, 1 Nacht ohne Frühstück205,17 €
Horseshoe Las Vegas, 1 Nacht62,14 €
High Roller, 2 Tickets nach Sonnenuntergangca. 62 €
Lounge-Zugang The Club LAS49,98 €
Parken Paris/Horseshoe, 2 Tage minus Hotelrabatt30 USD
Grand Canyon National Park, South Rimentfallen (normal 35 USD/Fahrzeug)

In Summe rund 990 € für zwei Personen – ohne Verpflegung, Monorail, Uber und Kleinausgaben. Für vier Tage mit Flug, Mietwagen, drei Nächten in bester Lage und zwei Tagen Grand Canyon ist das ein Wert, den ein Pauschalpaket für diese Kombination kaum abbildet. Genau das ist der Punkt: Diese Route entsteht nicht im Katalog, sondern beim Planen.

Alle Buchungslinks auf einen Blick

Im dritten Teil geht es zurück nach Kalifornien – an den Lake Tahoe und nach Santa Cruz.

Und wenn Du beim Lesen gedacht hast „so eine Route will ich auch, aber nicht selbst zusammensuchen": Genau das ist meine Arbeit. Das erste Gespräch kostet nichts.

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