Nach einer kleinen Stärkung am frühen Morgen ging es auf die knapp 2,5-stündige Fahrt nach Mostar in Bosnien-Herzegowina. Vorher haben wir den Wagen in Kroatien noch einmal mit Euro vollgetankt – in Bosnien-Herzegowina wird nämlich mit Konvertibler Mark (KM) gezahlt, die wir zu dem Zeitpunkt noch nicht hatten. Die Grenze haben wir am Übergang Ivanica überquert, dem nächstgelegenen von Dubrovnik aus.
Die Fahrt durch die Berge
Was danach folgte, war ein Naturschauspiel. Es ging viele Serpentinen rauf und wieder runter, durch Berge und Wälder, die traumhaft schön waren – so viel Schönheit hatten wir nicht erwartet. Wir hatten dazu auch noch das schönste Wetter für diese Tour erwischt. Die Straßen waren größtenteils gut befahrbar, immer wieder gab es Schlaglöcher, das war aber zu verkraften.
Eine Sache hat mich persönlich gestört: Einige lokale Autofahrer sind rücksichtslos gefahren, haben an total unübersichtlichen Stellen überholt. Das solltest Du vorher wissen, wenn Du dort selbst fährst – man muss nicht nur auf sich selbst achten, sondern manchmal auch auf die Rücksichtslosigkeit anderer.

Mostar und die Alte Brücke
Mostar haben wir uns für unsere Reise wegen seiner Geschichte ausgesucht und wegen der berühmten Brücke. Die Alte Brücke, der Stari Most, wurde 1566 erbaut, im Bosnienkrieg am 9. November 1993 zerstört und 2004 wiedereröffnet. Sie verbindet den muslimisch beziehungsweise bosniakisch geprägten Ostteil mit dem kroatisch und katholisch geprägten Westteil der Stadt über den Fluss Neretva.

Unterkunft: Apartman Centar
Übernachtet haben wir in der absolut tollen und zu 100 % empfehlenswerten Unterkunft Apartman Centar, geführt von der liebevollen Doris und ihrem Ehemann. Für zwei Übernachtungen haben wir 60,78 € bezahlt. Man bekommt ein tolles Zimmer mit Küche und einer großen Terrasse – Preis-Leistung wirklich genial. Eine relativ steile Treppe führt zum Apartment, das solltest Du vor dem Buchen wissen. Zur Unterkunft gehört auch ein Parkplatz, falls Du wie wir mit dem Auto anreist. Die Lage ist ruhig und trotzdem nur ein paar Gehminuten vom belebten Zentrum entfernt.
Verfügbarkeit im Apartman Centar prüfen →

Geld wechseln und die Sache mit der SIM-Karte
Nach dem Check-in haben wir uns auf die Suche nach einer Wechselstube gemacht und sind bei der Ziraat Bank in der Mladena Balorde 2, 88000 Mostar, fündig geworden. Dort haben wir unsere Euro in Mark umgetauscht und gleich auch eine SIM-Karte besorgt, die dort direkt angeboten wurde – 15 KM (rund 7,70 €) hat das 2025 gekostet, heute liegt der Preis bei 20 KM (rund 10,20 €).
Heute würde ich mir stattdessen eine eSIM besorgen, zum Beispiel von Simbye, Saily oder Yesim. Los geht's bereits ab rund 3 € für ein Datenvolumen von einem GB, gültig für eine Woche – und Du sparst Dir den Weg zur Bank.
Altstadt und ein Blick auf die Brücke
Während unseres Aufenthalts war die Fußgängerzone in der Innenstadt teils wegen Bauarbeiten aufgerissen – das sollte heute aber der Vergangenheit angehören. In der Fußgängerzone findest Du etliche Souvenirshops, Eisdielen und Restaurants. Unser erstes Ziel war aber die berühmte Alte Brücke selbst.
Vorsicht: Auf beiden Seiten der Brücke liegt Kopfsteinpflaster, das zum Stolpern und Ausrutschen führen kann. Anfang Mai war das Wasser der Neretva vermutlich noch zu frisch, sodass keine Brückensprünge stattfanden. Dafür bot sich eine tolle Sicht auf das Gebirge um Mostar herum, mit dem türkisfarbenen Wasser des Flusses.

Wirklich positiv ist mir aufgefallen, dass man in der Fußgängerzone nicht von aggressiven Geschäftsbesitzern in ihre Läden genötigt wird – das war zum Beispiel in Istanbul ganz anders und ziemlich verheerend.
Abends beim Frisör – und ein Tipp fürs nächste Ziel
Am Abend habe ich einen wirklich guten Barbershop in der Trg Ivana Krndelja 27 besucht, für meinen Haarschnitt habe ich 20 KM (rund 10,20 €) bezahlt. Vom Personal habe ich den Tipp bekommen, unbedingt den Skywalk auf dem Fortica Hill zu besuchen und das 33 Meter hohe Millenniumskreuz auf der anderen Seite der Stadt.
Fortica Skywalk
Der Fortica Hill Skywalk ist spektakulär, weil er einen weit über die Klippen ragenden Glasboden besitzt. Hoffentlich bist Du schwindelfrei – die Aussicht ist toll, wenn auch manchmal windig. Und: Der Zugang ist kostenlos, kein Eintritt nötig, zumindest war das im Mai 2025 noch so.

Die Kravice-Wasserfälle
Am nächsten Morgen ging es zu den Kravice-Wasserfällen. Sie sind wunderschön, der Eintritt kostet 20 KM (rund 10 € pro Person). Es gibt genügend, allerdings kostenpflichtige Parkplätze, und man kann sich frei bewegen und verschiedene Aussichten erkunden. Schwimmen ist erlaubt, es gibt auch ein Restaurant vor Ort. Die knappen 45 km von Mostar aus schafft man mit dem Auto in etwa einer Stunde – es geht aber nicht über eine Autobahn, sondern durch Stadt und Land, das kann sich ziehen.

Sind die Wasserfälle den Besuch wert? Wenn Du unbedingt Deine Bucketlist abhaken möchtest, dann ja. Aber sonst ist die Fahrt lang und das Ergebnis eher bescheiden – das ist meine ganz persönliche Meinung dazu, bei Dir kann das komplett anders sein.
Auf dem Rückweg haben wir noch beim 33 Meter hohen Millenniumskreuz angehalten und von der anderen Seite noch einmal die Aussicht auf die Stadt genossen. Die Auffahrt ist etwas abenteuerlich, stellenweise richtig eng, aber nicht gefährlich. Auch hier: kein Eintritt.
Stille Zeugen des Krieges
Zurück an der Unterkunft, das Auto geparkt, habe ich mich gleich auf den Weg in die Stadt gemacht, um die stillen Zeugen des grausamen Krieges aus den 90er-Jahren zu erkunden. Mostar ist schön und modern. Trotzdem bewahrt die Stadt die Ansicht der durch Kugeln durchlöcherten Häuser und Mauern völlig ungefiltert – entlang vieler Straßen trifft man noch auf Häuser mit Einschusslöchern.
Eines der bekanntesten Gebäude und Lost Places ist sicherlich der Sniper Tower – der Zugang ins Innere ist untersagt, aber von außen erkennt man gut, was sich dort in der Vergangenheit abgespielt hat.

Bosnien-Herzegowina und Mostar haben uns gut gefallen. Es ist ein Land, das noch erschwinglich ist – ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Natur, sondern auch wegen der Geschichte. Im letzten Teil der Balkan-Reise geht es weiter nach Montenegro.
Was diese Etappe gekostet hat
| Posten | für | Preis |
|---|---|---|
| Tankfüllung in Kroatien, 44 l bei 1,44 €/l (als Vollbetrag angenommen) | 1 Fahrzeug | ca. 63,36 € |
| Unterkunft Mostar, Apartman Centar, 2 Nächte | 2 Personen | 60,78 € |
| SIM-Karte vor Ort, 15 KM (Preis 2025) | 1 Person | rund 7,70 € |
| Eintritt Kravice-Wasserfälle, 20 KM p. P. | 2 Personen | rund 20,00 € |
In Summe rund 152 €. In Bosnien-Herzegowina wird in Konvertibler Mark (KM) gezahlt, fest an den Euro gekoppelt mit rund 1 € = 1,96 KM – die Beträge oben sind entsprechend umgerechnete Näherungswerte. Nicht enthalten: der Haarschnitt beim Barbershop (rund 10,20 €), weil das eine reine Randnotiz und kein Posten für die gemeinsame Reisekasse war, sowie das Parkticket an den Kravice-Wasserfällen, da uns dazu kein genauer Betrag mehr vorliegt.
Alle Buchungslinks auf einen Blick
- Unterkunft Mostar: booking.com
- eSIM: Simbye · Saily · Yesim
Im letzten Teil dieser Reise geht es weiter nach Montenegro – mehr dazu in Kürze.
Und wenn Du beim Lesen gedacht hast „so eine Route will ich auch, aber nicht selbst zusammensuchen": Genau das ist meine Arbeit. Das erste Gespräch kostet nichts.




