USA-Westküste, Teil 1: San Francisco – und ein Business-Class-Upgrade, das ich nicht erwartet hatte

Am Anfang war ich allein unterwegs – meine Freundin habe ich erst in San Francisco getroffen. Der Flug von Stuttgart nach San Francisco und zurück hätte in der reinen Holzklasse, ohne Sitzplatzreservierung, 580 € gekostet. Mit Sitzplatzreservierung und Zugang zur Lounge in Kopenhagen waren es 680 €. Dann kam alles anders.

Der Flug: Ein Gebot verändert alles

Geflogen bin ich mit SAS, und SAS bietet die Möglichkeit, auf ein Upgrade zu bieten – auf SAS Plus oder gleich auf Business Class. Was viele nicht wissen: Das ist heute bei vielen Airlines gängige Praxis, nicht nur bei SAS. Ich hatte mein Gebot abgegeben und dann, ehrlich gesagt, komplett vergessen. Noch in der Warteschlange, um mein Gepäck einzuchecken, wusste ich nichts von meinem Glück. Erst am Schalter hieß es: Mein Gebot wurde angenommen, ich würde Business Class fliegen.

Allerdings nur für den Streckenabschnitt Kopenhagen–San Francisco, und das kostete zusätzliche 800 €. Die Abschnitte Stuttgart–Kopenhagen, San Francisco–Kopenhagen und Kopenhagen–Stuttgart blieben ganz normale Economy. Auch die Lounge habe ich mir nur auf dem Rückweg gegönnt, weil ich in Kopenhagen sechs Stunden Aufenthalt hatte – auf dem Hinweg waren es keine 60 Minuten.

Gesucht habe ich den Flug wie immer über Momondo, gebucht dann über trip.com bei SAS. Den Parkplatz in Stuttgart – für die Reisedauer vom 24. Oktober bis 7. November – habe ich über ParkVia gebucht, das hat 155 € gekostet.

Für mobiles Internet vor Ort haben wir uns jeweils eine eSIM von Simbye geholt – 17,95 € pro Person, 20 GB Datenvolumen, 90 Tage gültig. Damit waren wir direkt nach der Landung online, ohne Suche nach einem Shop vor Ort.

Vergleichbare Flüge nach San Francisco finden →

Ankunft und die ersten Tage bei Familie

Nach einem sehr angenehmen Business-Class-Flug habe ich meine Freundin fast zeitgleich in San Francisco getroffen. Sie war von Thailand über Hongkong 22 Stunden unterwegs – bei mehreren Stunden Zeitunterschied zur Heimat entsprechend gerädert. Abgeholt wurden wir vom Ehemann meiner Cousine, und nach knapp 90 Minuten Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel: Petaluma.

Am nächsten Tag ging es mit dem Auto und meiner Cousine an die Küste: erst zum Dillon Beach, einem kleinen, fast unberührten Strand (Eintritt frei), dann ins Armstrong Redwoods State Natural Reserve (rund 9 € pro Erwachsenem, Ticket direkt vor Ort). Die Riesenmammutbäume dort sind so groß, dass kein Foto ihre tatsächliche Dimension einfängt – wir standen zwischen Stämmen, für die man selbst mit acht Personen nicht ausreicht, um sie zu umarmen.

Ein früher Morgen an der Golden Gate Bridge

Am dritten Morgen ging es schon kurz nach 7 Uhr los Richtung San Francisco – ein Bekannter meiner Cousine musste zur Arbeit und hat uns mitgenommen. Wir ließen uns am Golden Gate Bridge Welcome Center absetzen und hatten die Brücke im Sonnenaufgang praktisch für uns allein.

Von dort mit dem Uber (rund 14–18 €) zu den Painted Ladies, dann zu Fuß zur Haltestelle Market St & Van Ness Ave und von dort mit einer der historischen Straßenbahnen der Linie F Market & Wharves bis zum Pier 33. Diese Linie fährt mit alten Straßenbahnen aus unterschiedlichen Ländern, die bis heute im Einsatz sind – eine Fahrt damit ist wirklich etwas Besonderes und eine klare Empfehlung von mir. Für die Tickets nutzt man am besten die App MuniMobile oder die Clipper Card.

Alcatraz – meine ehrliche Einschätzung

Vom Pier 33 ging es mit der Fähre (ca. 20 Minuten Überfahrt) zu Alcatraz. Tickets gibt es ausschließlich über die offizielle Seite – wer stattdessen über GetYourGuide oder ähnliche Portale bucht, zahlt für ein Kombiticket mit geführter Tour drauf und damit mehr als nötig. Wir haben 49 € pro Person bezahlt. Die Fähren sind sehr gefragt, am besten frühzeitig buchen.

Meine ehrliche Meinung: Alcatraz ist in meinen Augen etwas zu stark gehyped. Die meisten Gebäude auf der Insel sind Ruinen und für Besucher gesperrt, das eigentliche Highlight sind die Zellen der bekanntesten Ausbrecher und Verbrecher. Der Audioguide ist gut und hilfreich, allerdings gibt es an den bekanntesten Stellen großes Gedränge. Nach maximal zwei Stunden hat man alles gesehen. Besuchen würde ich es trotzdem empfehlen – nur die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Mit einem privaten Guide ist es unter Umständen spannender.

Pier 39, Cable Cars und Eis seit 1948

Zurück am Pier 33 sind wir zu Fuß zum Pier 39 gelaufen, um die berühmten Seehunde zu sehen – laut, aber sehenswert. Auf dem Weg zur Cable-Car-Haltestelle Hyde St & Beach St kommt man am Fisherman's Wharf vorbei, wo man beim Wharf Central zu wirklich fairen Preisen Souvenirs bekommt – es lohnt sich, mehrere der dortigen Shops zu vergleichen.

Wer sich ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch San Francisco bewegen will, dem empfehle ich das 1-Day Visitor Passport für rund 13 € – gültig für unbegrenzte Fahrten mit allen Muni-Bussen, Metro-Linien, historischen Straßenbahnen und den Cable Cars. Eine einzelne Cable-Car-Fahrt kostet mittlerweile rund 8 €, und wer seitlich hängend mehrmals mitfahren will, hat das Tagesticket schnell wieder raus.

Mit der Cable Car ging es weiter zur weltberühmten Lombard Street mit ihren engen Kurven, und danach zu Swensen's – seit 1948 in San Francisco und bekannt für ausgefallene Eissorten wie Caramel Turtle Fudge, Lemon Blueberry Parfait oder Rocky Road.

Der Rückweg über Wasser und Schiene

Mit noch etwas Zeit übrig sind wir zu Fuß zur Ferry Building geschlendert. Für den Rückweg nach Petaluma wollten wir es diesmal anders machen: Fähre vom Ferry Terminal nach Larkspur für 14 € pro Person, von dort mit dem Zug weiter nach Petaluma für rund 4 € pro Person. Die Clipper Card lässt sich für das Zugticket verwenden, die Fähre haben wir direkt am Schalter bezahlt.

Praktische Tipps für Deinen Besuch

Bring bequeme Schuhe mit und stell Dich auf Wetterwechsel ein – je nach Jahreszeit wird es neblig, regnerisch oder richtig heiß, mitunter alles an einem Tag. San Francisco hat außerdem viele steile Straßen, die durchaus auf die Kondition gehen.

Unsicher haben wir uns an keinem Punkt gefühlt – allerdings waren wir auch nur an den touristischen Hotspots unterwegs. Mir wurde gesagt, dass es in bestimmten Vierteln anders aussehen kann: Vor allem das Tenderloin, Teile von SoMa (South of Market) sowie der Bereich um das Civic Center und die untere Market Street sollte man eher meiden.

Was diese Etappe gekostet hat

PostenfürPreis
Flug Stuttgart–San Francisco und zurück, SAS Economy mit Sitzplatzreservierung1 Person680 €
Upgrade Business Class Kopenhagen–San Francisco, per Gebot1 Person800 €
Parkplatz Flughafen Stuttgart, 24.10.–07.11., über ParkVia1 Fahrzeug155 €
eSIM Simbye, 20 GB, 90 Tage2 Personen35,90 €
Dillon Beach2 Personenfrei
Armstrong Redwoods State Natural Reserve2 Personenca. 18 €
Uber Golden Gate Bridge–Painted Ladies2 Personenca. 16 €
Alcatraz, 49 € pro Person2 Personen98 €
Muni-Tagesticket, 13 € pro Person2 Personen26 €
Fähre Ferry Building–Larkspur, 14 € pro Person2 Personen28 €
Zug Larkspur–Petaluma, 4 € pro Person2 Personen8 €
Unterkunft in Petaluma2 Personenentfallen, wir waren bei Familie

In Summe rund 1.865 €. Alle Beträge sind in Euro angegeben; vor Ort zahlst Du in Dollar, die Summe schwankt also mit dem Wechselkurs. Der Anflug meiner Freundin aus Thailand ist nicht enthalten, weil er nicht zur Route ab Deutschland gehört. Zwei Zahlen lohnen einen zweiten Blick: 1.480 € davon sind Flug und Upgrade für eine einzige Person – ohne das freiwillige Business-Gebot wären es rund 1.050 € gewesen. Und die komplette Zeit vor Ort, mit Küste, Redwoods, Alcatraz und einem ganzen Tag in San Francisco, hat weniger gekostet als der Aufpreis für einen bequemeren Sitz über dem Atlantik. Genau deshalb lohnt es sich, jede Position einzeln zu entscheiden, statt sie im Paketpreis zu verstecken.

Alle Buchungslinks auf einen Blick

Teil 2 dieser Reise führt weiter nach Las Vegas und zum Grand Canyon.

Und wenn Du beim Lesen gedacht hast „so eine Route will ich auch, aber nicht selbst zusammensuchen“: Genau das ist meine Arbeit. Das erste Gespräch kostet nichts.

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