Im November 2023 hat es uns auf eine Multi-Country-Tour durch Skandinavien gezogen: Stockholm, Helsinki, ein Abstecher nach Tallinn und zum Schluss mitten hinein in den finnischen Winter, ins Santa Claus Village nach Rovaniemi. Mitten in der Vorweihnachtszeit war das genau die richtige Reisezeit, um sich schon mal ein bisschen auf Weihnachten einzustimmen – und wir nehmen euch heute Schritt für Schritt mit.
Schritt 0: Parken am Flughafen Stuttgart & Flugsuche
Damit die Reise stressfrei beginnt, haben wir uns vorab einen günstigen Parkplatz bei Airparks in der Nähe des Stuttgarter Flughafens gesichert. Praktisch: Man bringt sein Auto einfach hin und muss sich um nichts mehr kümmern.
Den günstigsten Flug ab Stuttgart in Richtung Stockholm haben wir über Momondo.de herausgesucht – ein Preisvergleich lohnt sich hier immer, gerade bei Multi-City-Routen wie unserer.
Schritt 1: Ankunft in Stockholm
Sobald wir unser Gepäck am Flughafen Arlanda in Empfang genommen hatten, ging es mit dem Arlanda Express ins Zentrum von Stockholm. Die Fahrt war sehr angenehm, und nach knapp 20 Minuten standen wir schon am Stockholmer Hauptbahnhof. Da bereits vorweihnachtliche Stimmung herrschte, war der Bahnhof wunderschön beleuchtet und hat unsere Ankunft in warmes Licht getaucht – ein toller erster Eindruck von der Stadt.
Vom Bahnhof aus sind wir zu Fuß zu unserem Hotel gelaufen, dem Scandic Go in der Sankt Eriksgatan 20. So haben wir gleich noch etwas von der Stadt gesehen und nebenbei Ausschau nach einem Restaurant fürs Abendessen gehalten.
Schritt 2: Gamla Stan und das Vasa-Museum
Am nächsten Morgen sind wir mit der U-Bahn in die Stockholmer Altstadt Gamla Stan gefahren. Nachdem wir die verwinkelten Gassen ausgiebig durchstreift hatten, stand das Vasa-Museum auf dem Programm.
Kurze Anekdote dazu: Das Vasa-Museum in Stockholm ist ein maritimes Museum, das den spektakulären Fund und die Geschichte des schwedischen Kriegsschiffs Vasa beherbergt. Die 1628 auf ihrer Jungfernfahrt gesunkene Galeone ist das weltweit einzige und am besten erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert. Rund 95 Prozent der Originalteile sowie hunderte kunstvolle Holzskulpturen sind dort ausgestellt – absolut sehenswert. Wir haben das Kombi-Ticket mit dem benachbarten Vrak-Museum der Wracks gebucht, inklusive deutschem Audioguide.
Achtung, Taxi-Falle: Um zurück zum Hotel zu kommen und unser Gepäck zu holen, haben wir ein Uber genommen – der Preis war völlig in Ordnung. Für eine fast identische Strecke, vom Hotel zum Hafen, hat uns kurz darauf ein Taxifahrer regelrecht abgezockt: Wir haben dafür etwa das Dreifache bezahlt. Unser Tipp: Nutzt in Stockholm wirklich Uber oder eine vergleichbare App statt am Straßenrand ein Taxi zu winken.
Schritt 3: Mit der Fähre nach Helsinki
Vom Stockholmer Hafen aus ging es mit Viking Line weiter nach Helsinki. Die Überfahrt hat knapp 17 Stunden gedauert – überhaupt kein Problem, denn wir waren in einer schönen Kabine ohne Fenster untergebracht und konnten jederzeit schlafen gehen. Das eigene, wenn auch kleine Bad hat den Aufenthalt an Bord deutlich angenehmer gemacht.
An Bord gab es ein reichhaltiges Angebot an Bars, Cafés und Duty-free-Shops, die zum Verweilen einluden. Außerhalb der Kabine durfte man sich frei auf dem gesamten Schiff bewegen und auch an Deck an die frische Luft – das hat tatsächlich dieses klischeehafte Titanic-Feeling aufkommen lassen.
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Kleiner Hinweis: Zwischen Schweden und Finnland besteht ein Zeitunterschied – Helsinki ist Stockholm immer eine Stunde voraus.
Schritt 4: Helsinki – schön gelegen, aber nichts für uns
Vom Hafen aus sind wir zu Fuß zu unserer Unterkunft gelaufen, dem Forenom Aparthotel Helsinki Kamppi mit kontaktlosem Check-in. Strategisch war die Lage wirklich gut, die Unterkunft selbst aber nichts Besonderes: Die Zimmer sind umgebaute Büroräume, zwar relativ groß und mit eigenem Bad, das Ganze hat aber an kommunistische Bauten und Interieur erinnert – und so hat es sich leider auch angefühlt. Zudem wurde der Zugangscode täglich geändert, ohne dass wir darüber informiert wurden, sodass wir plötzlich vor verschlossener Eingangstür standen.
Ehrlich gesagt hat mir Helsinki selbst nicht gefallen. Die Stadt hat für mich nichts zu bieten, sie ist weder besonders schön noch besonders spannend. Da kam es gerade recht, dass wir den nächsten Tag für einen Abstecher ins estnische Tallinn genutzt haben.
Schritt 5: Tagesausflug nach Tallinn
Mit der Viking XPRS waren wir in etwa 2,5 Stunden in Tallinn. Wir hatten dort nur wenig Zeit, aber was wir gesehen haben, hat uns richtig gut gefallen. Um die Stadt in Ruhe zu erkunden, würde ich aber mindestens eine Übernachtung empfehlen – die hatten wir leider nicht eingeplant.
Schritt 6: Mit dem Zug nach Rovaniemi
Zurück in Helsinki ging es am nächsten Tag kurz vor halb neun Uhr morgens mit dem Zug weiter nach Rovaniemi. Über Tampere und Oulu haben wir nach knapp 8,5 Stunden das schön verschneite Rovaniemi erreicht. Wir hatten uns vorab ein Coupé-Abteil für uns allein reserviert, sodass wir ungestört waren, unser Gepäck sicher verstauen konnten und uns keine Sorgen wegen Diebstahl machen mussten.
Wichtiger Hinweis für alle, die gerne unterwegs ein Bier trinken: Im Zug war das Trinken von selbst mitgebrachtem Alkohol verboten. Es gab einen Speisewagen, in dem man Bier bestellen konnte – ein halber Liter hat damals rund 7 Euro gekostet, weshalb wir nicht allzu viele konsumiert haben. Getrunken werden musste das Bier auch im Speisewagen, mit ins Abteil nehmen war nicht erlaubt.
Schritt 7: Ankunft in Rovaniemi & SantaSport Resort
Vom Bahnhof in Rovaniemi haben wir ein Uber zu unserer Unterkunft genommen – der Preis war ok und die Fahrt angenehm kurz.
Das SantaSport Resort ist ein Sporthotel, in dem während unseres Aufenthalts Sportler aus aller Herren Länder untergebracht waren. Den großen Swimmingpool sowie den Spa- und Saunabereich durften wir zu bestimmten Zeiten kostenlos nutzen. Direkt neben dem Resort liegt die Lappi Areena, in der Eishockeyspiele der zweiten finnischen Liga ausgetragen werden – wir hatten tatsächlich das Glück, ein Spiel besuchen zu können.
In der Nähe des Resorts gab es eine gute Auswahl an Restaurants und Discountern, um sich mit Essen und Trinken einzudecken. Die malerische, verschneite Gegend rund um das Resort war einfach traumhaft. Am meisten überrascht hat mich, dass es dort öffentliche Eisbahnen im Freien gab, die von jedem zum Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen genutzt werden konnten – so etwas kennt man aus der Fußballnation Deutschland überhaupt nicht.
Schritt 8: Das Santa Claus Village
Nach dem Eishockeyspiel haben wir uns am nächsten Morgen auf den Weg ins Santa Claus Village gemacht. Mit dem Bus erreicht man das Dorf relativ schnell und unkompliziert. Achtet aber darauf, dass es dort ziemlich voll werden kann – der nächste Bus kann überfüllt sein, sodass ihr auf den übernächsten warten müsst.
Am Polarkreis, direkt im Santa Claus Village, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, vor der Webcam zu posieren, die 24/7 live streamt.
Der Eintritt ins Dorf selbst ist übrigens kostenlos. Das Dorf ist schön angelegt und bietet einige Attraktionen. Macht euch aber darauf gefasst, dass die einzelnen Attraktionen stark auf Touristen ausgelegt und entsprechend teuer sind. Auch die Schlittenfahrten mit den Rentieren kosten für eine relativ kurze Erfahrung ein halbes Vermögen. Und wollt ihr mit dem Weihnachtsmann persönlich posieren, solltet ihr wirklich viel Geduld mitbringen – eine Wartezeit von einer Stunde ist keine Seltenheit, sondern eher die Regel.
Schritt 9: Rückreise mit dem Santa Claus Express
Den Rückweg haben wir am nächsten Abend mit dem Nachtzug Santa Claus Express angetreten. Diesmal hatten wir unser eigenes Zimmer mit Etagenbetten und eigenem Bad – alles ziemlich eng, dafür aber privat, sodass wir auch mitgebrachtes Bier oder Wein trinken konnten, ohne dass es jemand sah. Nach etwas über 12 Stunden haben wir den Bahnhof von Helsinki wieder erreicht.
Mit der Bahn ging es dann weiter zum Flughafen Helsinki-Vantaa und von dort mit Zwischenstopp in München zurück nach Stuttgart.
Alkohol & eSIM: Praktische Infos für Skandinavien und Estland
In Schweden dürft ihr im Supermarkt alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von bis zu 3,5 % kaufen, in Finnland liegt die Grenze bei 8 %. Stärkere alkoholische Getränke wie Wein oder Spirituosen werden in beiden Ländern ausschließlich in den staatlichen Monopolgeschäften verkauft – in Schweden bei Systembolaget, in Finnland bei Alko.
Vor jeder Reise besorge ich mir eine eSIM, doch für diese Tour war das gar nicht nötig: Reisende aus der EU benötigen weder in Schweden noch in Finnland oder Estland eine separate SIM-Karte, da EU-Roaming greift. Wer aus einem Nicht-EU-Land anreist, dem empfehle ich Airalo oder Saily für eine unkomplizierte eSIM ohne Roaming-Ärger.
Unsere Gesamtkosten für die Skandinavien-Rundreise
Hinweis: Alle Beträge sind unsere tatsächlich gezahlten Preise für zwei Personen (Reisezeitraum 13.–20. November 2023). Einzige Ausnahme ist der Arlanda Express: Der Preis schwankt je nach Saison und Buchungszeitpunkt (ab ca. 20 €/Person, einfache Fahrt), daher ist dieser Posten mit * markiert und nicht in der Zwischensumme enthalten.
| Posten | Gesamt (2 Personen) | Pro Person |
|---|---|---|
| Parkplatz Airparks (Stuttgart) | 63,00 € | 31,50 € |
| Flüge Stuttgart – Stockholm / Helsinki – Stuttgart (Lufthansa, je 1 Zwischenstopp) | 587,99 € | 294,00 € |
| Arlanda Express* | ab 40,00 € | ab 20,00 € |
| Hotel Scandic Go, Stockholm (1 Nacht) | 101,00 € | 50,50 € |
| Vasa-Museum (Kombi-Ticket mit Vrak-Museum) | 57,04 € | 28,52 € |
| Fähre Viking Line, Stockholm – Helsinki (Kabine) | 94,00 € | 47,00 € |
| Forenom Aparthotel, Helsinki (2 Nächte) | 172,46 € | 86,23 € |
| Viking XPRS, Tagesausflug Tallinn (hin & zurück) | 76,00 € | 38,00 € |
| Zug Helsinki – Rovaniemi (Omio, Coupé) | 108,00 € | 54,00 € |
| SantaSport Resort, Rovaniemi (2 Nächte) | 316,38 € | 158,19 € |
| Santa Claus Village (Eintritt) | 0,00 € | 0,00 € |
| Nachtzug Santa Claus Express, Rovaniemi – Helsinki | 159,00 € | 79,50 € |
| Zwischensumme (ohne Arlanda Express*) | 1.734,87 € | 867,44 € |
* Startpreis, kein fester Gesamtbetrag – daher separat ausgewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Braucht man als EU-Bürger eine SIM-Karte für Schweden, Finnland und Estland?
Nein. Dank EU-Roaming könnt ihr euer heimisches Datenvolumen ohne Zusatzkosten nutzen. Nur Reisende aus Nicht-EU-Ländern sollten sich vorab um eine eSIM wie Airalo oder Saily kümmern.
Wie lange dauert die Fähre von Stockholm nach Helsinki?
Die Überfahrt mit Viking Line dauert knapp 17 Stunden über Nacht. Mit einer Kabine ist das völlig entspannt, da man einfach schlafen gehen kann, während das Schiff unterwegs ist.
Lohnt sich ein Tagesausflug von Helsinki nach Tallinn?
Auf jeden Fall, allerdings reicht ein Tag kaum aus. Die Überfahrt mit der Viking XPRS dauert jeweils rund 2,5 Stunden. Wer mehr von Tallinn sehen möchte, sollte mindestens eine Übernachtung einplanen.
Darf man im Zug nach Rovaniemi eigenen Alkohol trinken?
Nein, mitgebrachter Alkohol darf im Zug nicht konsumiert werden. Bier gibt es nur im Speisewagen, und getrunken werden muss es auch dort.
Wie kommt man am besten zum Santa Claus Village in Rovaniemi?
Mit dem Bus ab Rovaniemi seid ihr relativ schnell dort. Plant aber etwas Pufferzeit ein, da die Busse zeitweise sehr voll sind.
Ist das Santa Claus Village teuer?
Ja, das Dorf ist stark auf Touristen ausgerichtet und entsprechend hochpreisig – das gilt besonders für die Rentierschlittenfahrten und ein persönliches Treffen mit dem Weihnachtsmann, für das man mit bis zu einer Stunde Wartezeit rechnen sollte.
Alle Buchungslinks auf einen Blick
Airparks Parkplatz Stuttgart · Arlanda Express · Hotel Scandic Go, Stockholm · Vasa-Museum Ticket · Forenom Aparthotel Helsinki · Omio (Zug Helsinki–Rovaniemi & Fähren Stockholm–Helsinki / Helsinki–Tallinn) · SantaSport Resort, Rovaniemi · Airalo eSIM · Saily eSIM
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