Am frühen Morgen hieß es, Abschied von Mostar zu nehmen. Bevor wir uns auf die knapp 200 km und vier Stunden lange Fahrt gemacht haben, haben wir uns noch ein letztes Mal Frühstück bei der Pekara Fresh in der Braće Brkića 18 geholt. Gut gestärkt mussten wir erst einmal die Straßen von Mostar hinter uns lassen, bevor es wieder auf die wunderschönen Straßen durch Berg und Tal ging. Den größten Teil auf der bosnischen Seite sind wir tatsächlich dieselbe Strecke gefahren wie schon zwei Tage zuvor – so haben wir die wunderschöne Natur auch noch aus der anderen Richtung sehen und genießen können.
Nach etwa 2,5 Stunden haben wir den Grenzübergang Zupci/Sitnica (BiH/MNE) erreicht. Es war kaum etwas los, sodass wir in wenigen Minuten passieren und ein weiteres, vorher noch nie besuchtes Land erkunden konnten. Jetzt trennten uns nur noch rund 65 km von unserer Unterkunft, den Apartments Vuković in Muo.
Die Bucht von Kotor
Von Herceg Novi über Podi und Risan, durch Orahovac – immer das Wasser auf der einen und die Berge auf der anderen Seite – tauchte Kotor schließlich wie eine Kulisse vor uns auf. Diese Kulisse ist wirklich atemberaubend. Die Bucht von Kotor ist für ihre Muschelzucht bekannt, außerdem werden hier Oliven, mediterrane Früchte wie Zitronen und Orangen sowie Wein angebaut. Unterwegs fährt man direkt an Perast vorbei beziehungsweise mitten hindurch. Der Ort ist bekannt für die Church of Our Lady of the Rocks, die auf einer kleinen Insel liegt und mit Booten erreicht werden kann – sehr touristisch und entsprechend überlaufen.
Die Fahrt entlang der Bucht ist wunderschön. Man sollte aber nicht unterschätzen, dass man dabei viele Ortschaften mit Tempolimit durchfahren muss, wodurch sich die Fahrt ziehen kann.

Unterkunft mit Blick auf die Bucht
Unser Apartment lag auf der gegenüberliegenden Seite von Kotor, also auf der anderen Seite der Bucht, in Muo. Gebucht haben wir über booking.com, zwei Übernachtungen im Studio mit Meerblick für 112,82 €. Die Aussicht war spektakulär: glasklares Wasser, umgeben vom Dinarischen Gebirge. Bei Sonnenuntergang, wenn die Berge in goldgelbe Töne getaucht wurden, wurde der ganze Ort zu einem anderen.
Zwei Dinge solltest Du vorher wissen, bevor Du Dich für diese Gegend entscheidest: Erstens ist es hier sehr ruhig – es gibt nur einen kleinen, spärlich befüllten Laden, Restaurants sind nicht in Gehweite. Zweitens gleicht der Weg zur Unterkunft eher einer Einbahnstraße: auf der einen Seite die Häuser, auf der anderen direkt das Wasser, ohne Absperrung dazwischen. Kommt einem der Linienbus entgegen, wird es sehr schnell sehr abenteuerlich eng.

Zu Fuß in die Altstadt von Kotor
Von Muo aus kann man auch zu Fuß in die Altstadt von Kotor laufen – je nach Gangart erreicht man das Zentrum in etwa 40 Minuten. Genau das habe ich gemacht, sobald das Gepäck verstaut war. Mein Besuch in Kotor hatte zwei Gründe: Ich wollte die Stadt erleben, über die ich im Internet schon so viel gesehen hatte, und ich brauchte eine SIM-Karte.
Im Telekom-Shop (Trg od Oružja 6, 85330 Kotor) mitten in der Altstadt bin ich fündig geworden: 15 Tage mit 500 GB mobilem Internet für 15 €. Sage und schreibe 500 GB für zwei Wochen habe ich vorher bei keinem Anbieter gesehen – realistisch wird die aber niemand verbrauchen. Wer sich den Umweg über den Laden sparen will, kommt mit einer einfachen, günstigen eSIM genauso gut hin: Bei Yesim gibt es zum Beispiel 1 GB für 30 Tage bereits für 2,50 €.
Kotor selbst ist eine mediterrane Hafen- und Handelsstadt. Sie ist schön, und die engen Gassen haben ihren Flair. Katzenliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, die Samtpfoten sind überall zu sehen. Es gibt viele Restaurants und Souvenirgeschäfte, preislich würde ich sagen eher etwas höher – was wohl an den Touristenmassen liegt. Ansonsten: schön, die Stadt einmal gesehen zu haben, mehr aber auch nicht. Wer da anderer Meinung ist, dem sei das völlig gegönnt – das ist meine ganz persönliche Einschätzung.

Mit der Seilbahn auf den Lovćen
Am nächsten Tag wollten wir Kotor und seine Bucht von oben sehen und haben die Seilbahn von der Talstation Dub bis zur Bergstation Kuk auf dem Lovćen genommen. Tickets gibt es online (kotorcablecar.me) oder direkt vor Ort. Die rund elf Minuten und knapp vier Kilometer lange Fahrt hin und zurück kostet pro Person 25 €. Der Preis ist happig, die Aussicht aus der Kabine und vom Gipfel entschädigen aber schnell dafür.
Es gibt auch die günstigere Variante, mit dem Auto hochzufahren – davon rate ich allerdings ab. Wir sind tatsächlich ein Stück der Strecke mit dem Auto gefahren. Bis heute ist mir ein Rätsel, wie wir es in einem Stück und ohne Kratzer wieder heruntergeschafft haben: Die Serpentinen sind steil und sehr eng, an vielen Stellen kommen zwei Pkw nicht aneinander vorbei. Zu unserer Erschütterung sind wir dabei auch mehreren Bussen begegnet – das war der Moment, in dem wir beschlossen haben, umzukehren.

Zurück in der Unterkunft haben wir uns ins Wasser getraut – allerdings nur für wenige Sekunden. Die Sonne und das Funkeln des Wassers hatten darüber hinweggetäuscht, dass es doch noch zu kalt war.
Zwischenstopp in Herceg Novi
Am nächsten Morgen ging es wieder Richtung Kroatien. Da übermorgen unser Rückflug anstand und wir nicht die ganze Strecke entlang der Bucht von Kotor an einem Morgen fahren wollten, haben wir noch einen Zwischenstopp in Herceg Novi eingelegt. Entschieden haben wir uns für die Radic Rooms, gebucht über booking.com – für eine Nacht haben wir 62 € bezahlt. Die Lage war toll: schöne Aussicht, nah am Wasser.
Der Nachteil: Man kann die Unterkunft nicht mit dem Auto erreichen, nur über Treppen – die einem nach einer Woche an der Adria bereits zum Hals raushingen. Das Auto mussten wir in einem nahegelegenen, kostenpflichtigen Parkhaus unterbringen. Der Aufenthalt selbst war mit seiner großen Terrasse sehr angenehm, und der Vermieter sprach Deutsch.
Verfügbarkeit bei Radic Rooms prüfen →

Den Nachmittag haben wir mit Herumschlendern an der Küste und in der Stadt verbracht. Abendessen gab es im Restaurant Tri Lipe (Stepenište Iva Andrića 28, Herceg Novi) – geschmacklich wirklich gut und empfehlenswert, auch preislich sehr attraktiv.
Rückreise nach Dubrovnik
Am nächsten Tag ging es über den Grenzübergang Debeli Brijeg zurück Richtung Flughafen Dubrovnik, die Fahrt dauerte etwas über eine Stunde. Noch schnell den Mietwagen abgegeben, dann ging es auch schon zum Check-in für den Rückflug.

Damit endet unsere dreiteilige Balkan-Reise: von Dubrovnik über Mostar bis nach Kotor und Herceg Novi. Drei sehr unterschiedliche Länder, drei sehr unterschiedliche Stimmungen – und trotzdem alles in einer einzigen, gut planbaren Route.
Was diese Etappe gekostet hat
| Posten | für | Preis |
|---|---|---|
| Unterkunft Kotor/Muo, Studio mit Meerblick, 2 Nächte | 2 Personen | 112,82 € |
| SIM-Karte, 15 Tage / 500 GB | 1 Person | 15,00 € |
| Seilbahn Dub–Kuk, Hin- und Rückfahrt, 25 € p. P. | 2 Personen | 50,00 € |
| Unterkunft Herceg Novi, Radic Rooms, 1 Nacht | 2 Personen | 62,00 € |
In Summe rund 240 €. Montenegro zahlt trotz Nicht-EU-Mitgliedschaft offiziell mit Euro, eine Umrechnung war für diese Etappe also nicht nötig. Nicht enthalten: das Parkticket für die Unterkunft in Herceg Novi, da uns dazu kein genauer Betrag mehr vorliegt.
Alle Buchungslinks auf einen Blick
- Unterkunft Kotor/Muo: booking.com
- Unterkunft Herceg Novi: booking.com
Damit ist unsere Balkan-Reise komplett erzählt. Und wenn Du beim Lesen gedacht hast „so eine Route will ich auch, aber nicht selbst zusammensuchen": Genau das ist meine Arbeit. Das erste Gespräch kostet nichts.




